Samstag, 12. September 2009

Dar es Salaam - Einführungsseminar

11 Tage lang haben wir unter der Leitung von Tanja N. - Geschäftsführerin der DTP - mittels verschiedener Programmpunkte eine Einführungszeit in Dar es Salaam, und somit Tansania gehabt. Allgemein hatten wir vormittags Kisuaheli Sprachunterricht bei Mohammed und nachmittags hat Tanja N. dann verschiedene Programmpunkte mit uns gemacht.

Am ersten Nachmittag sind wir in eine Mall gefahren, in welcher sich Geldautomaten befinden und wir Autan u.a. kaufen konnten. Am nächsten Tag hat Matthew - Geschäftsführer von TASEA - uns eine Einführung zu TASEA gegeben, sowie uns die Möglichkeit gegeben einige Fragen zu stellen. Den darauf folgenden Tag haben uns den gesamten Tag 3 Mitarbeiter einer holländischen Organisation für erneuerbare Energien - Rural Energy Foundation - besucht, die uns eine weitere Einführung zu Solarenergie, sowie zu deren Arbeit in Tansania gegeben haben. Am Sonntag Nachmittag sind wir im "Village Museum" gewesen, in welchem auf einem eingezäunten Gelände die ehemaligen Hütten verschiedener Stämme nachgebaut wurden und die verschieden Lebensweisen der Stämme näher gebracht wurden. Nach weiterem Kisuaheli-Unterricht haben wir am nächsten Nachmittag einen Austausch zu unseren Gedanken in schriftlicher Form geführt. Diese Texte wird Tanja N. uns zum Zwischenseminar, welches im Januar in Bagamoyo - zu der Stadt mehr nach dem Zwischenseminar - stattfinden wird, wieder bringen. Ich bin jetzt schon gespannt, wie ich in ein paar Monaten über meine vor kurzem geführten Gedanken denken werde...

Mit großer Freude sind wir am Dienstag Vormittag aufgebrochen, um unseren freien Tag gemeinsam mit Tanja N. an einem Strand zu verbringen. Nach 2 Stunden Fahrt mit verschiedenen DalaDala's, einer Fähre und einigen Fußwegen, sind wir schließlich an einem traumhaften Strand - der schnellst erreichbare von unserer Unterkunft aus... - angekommen. Hier haben wir bei zunächst bewölktem Himmel und Ebbe einen schönen Tag verbracht. Unser erster Versuch im indischen Ozean baden zu gehen scheiterte daran, dass aufgrund der Ebbe viele Seeigel auf dem Weg zum Wasser zu durchqueren waren und der feine Strand recht schnell zu einer unangenehmen, spitzen Steindecke wurde. Dies in Kombination mit einem Seeigel-Slalom war uns doch etwas zu viel, so dass wir wieder in Richtung Strand umgedreht sind, kaum dass wir das Wasser erreicht hatten. Nach einigen Stunden des Wartens, während welchen ich mir einen kräftigen Sonnenbrand geholt habe, setzte schließlich jedoch die Flut ein und brachte das Wasser schnell näher. So konnten wir problemlos bei sehr angenehmen Temperaturen unseren ersten Badegang im indischen Ozean antreten. Gekrönt wurde dieser schöne Tag durch meine erste frische "Jung-Kokosnus" - Dhafu auf Kisuaheli. Diese sind aufgrund des Reifeprozesses auf der langen Reise, in Europa nicht erhältlich.

Mit neuem Schwung sind wir dann mit einem Treffen mit dem Chef der Firma Redcott - Unternehmen für erneuerbare Energien (besonders Windenergie) in Dar es Salaam, Einsatzstelle von Constantin - in die verbleibenden Tage des Seminars gestartet. Den restlichen Tag haben wir Kisuaheli gelernt. Sehr früh morgens sind wir am Donnerstag in Richtung deutscher Botschaft aufgebrochen, bei welcher wir einen Termin hatten. Hier wurden wir für ca. 1 Stunde empfangen und wurden von 2 Mitarbeiterinnen über die Entwicklungszusammenarbeit Deutschlands in Tansania unterrichtet. Anschließend wurden wir von der Rural Energy Agency Tansania's zu einem Vortrag über deren Arbeit eingeladen.

Unseren vorletzten richtigen Seminartag haben wir mit einer Stadtrallye durch Teile Dar es Salaams verbracht, auf welcher wir einige Aufgaben zu erledigen hatten. Wir mussten u.a. einen Kangaspruch (Erklärung siehe unten) aufschreiben und übersetzen, herausfinden von wo, zu welcher Uhrzeit und zu welchen Kosten die Fähre nach Zanzibar den Hafen Dar es Salaam verlässt und eine Maracuja - Pasheni auf Kisuaheli - kaufen. So wurde uns eine schöne Gelegenheit gegeben die Stadt in kleineren Gruppen auf eigene Faust zu erkunden. Die von uns gekauften Pasheni wurden noch am gleichen Abend verzehrt: unbeschreiblich lecker, wie alle Früchte hier in Tansania!

Am Samstag haben wir dann nach weiterer Kisuaheli Lernzeit unsere Bustickets in "Ubungo" gekauft. Dieser Ort war besonders beeindruckend, da dies der zentrale Start- und Zielort aller Busgesellschaften Tansania's ist. Über 40 verschiedene Verkaufsboxen wurden von den verschiedenen Verkäufern lautstark angepriesen. Wir sind in unserer großen Gruppe natürlich sehr auffällig und für die Verkäufer dementsprechend sehr attraktiv gewesen, so dass sich um uns herum eine Traube von Verkäufern bildete, die uns in ihre Verkaufsboxen bringen wollten, kaum dass wir das Gelände betretet haben. Da es auch durchaus sein kann, dass man mal ein ungültiges Ticket kauft, einer unsicheren Busgesellschaft zum Opfer fällt oder auch übertrieben teuere Preise zahlen muss, hat sich Tanja N. vorab für uns erkundigt, welche Busgesellschaften für welche Strecken die zuverlässigsten sind. Dementsprechend haben wir unsere Tickets gekauft.

Nun wurde es ernst: Anna - verbringt mit mir zusammen das Freiwilligenjahr bei Tujijenge Microfinance Ltd in Kyela - und ich hielten kurze Zeit später unsere Tickets nach Kyela in der Hand. Angekündigte 12 Stunden Busfahrt über 1000km für umgerechnet ca. 13 Euro.
Witzigerweise stellte sich schnell heraus, dass Robert und Philipp - Mitfreiwillige der DTP, die in Mafinga bei einer Berufsschule eingesetzt werden - den gleichen Bus mit uns fahren würden, jedoch ein Paar Stunden vor Kyela in Mafinga aussteigen müssten.

Sonntag, den für uns letzten gemeinsamen Tag in Dar es Salaam, haben wir damit verbracht zunächst noch ein mal etwas Kisuaheli zu lernen, bevor wir uns mit unseren Einsatzstellenleitern getroffen haben, die die letzten Tage gemeinsam auf einem Seminar in Bagamoyo verbracht haben. Hier nun das erste Zusammentreffen mit unserem Chef - Simon Mkanya, Zweigstellenleiter von Tujijenge Microfinance Ltd. in Kyela. In einem ca. einstündigen Gespräch haben wir uns vorsichtig kennen lernen können und einige brennende Fragen klären können. Den Rest des Tages haben wir damit verbacht unsere Koffer zu packen und die vorerst letzten gemeinsamen Stunden als Gruppe verbringen zu können. Da unser Bus - für Anna, Robert, Philipp und mich - um 6 Uhr morgens Abfuhr und wir eine Check-In Zeit von 5.30 Uhr berückstichten mussten, hat uns unser Chef um 5.20 Uhr mit einem Taxi abgeholt, um unsere gemeinsame Reise nach Kyela anzutreten.

Nähere Erklärungen:

- Kanga's sind recht große bunt gemusterte Stoffe. Diese werden immer im Doppelpack verkauft. Eines wird um die Hüfte gewickelt, das andere um den Oberkörper und bilden so die traditionelle Bekleidung der Frauen. Inzwischen wurde diese traditionelle Bekleidung etwas abgewandelt. Viele Frauen tragen ein T-Shirt oder ähnliches und dazu einen Kanga um die Hüfte gebunden. Den anderen nehmen sie über die Schulter gelegt mit, um sich abends vor Mücken schützen zu können. Andere Frauen, die es noch einigermaßen traditionel halten, lassen sich Oberteile aus traditionellen Stoffen schneidern und kombinieren diese mit einem Kanga. Auf diesen Kanga's sind immer Sprüche und Weisheiten auf Kisuaheli gedruckt. Es gibt sie in den wildesten Variationen, so weit gehend, dass sogar welche mit dem Portrait Obama's bedruckt wurden...

Beispiele für Kangasprüche:

Zawadi ni tunda la moyo. Ein Geschenk ist die Frucht des Herzens.

Hapana marefu yasio na mwisho. There is no distance that has no end.

Dunia duara The Earth is round

Penzi la mama tamu, haliishi hamu Mother's love is so sweet that you never have enough of it

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