Dar es Salaam - 'Haus des Friedens', Übersetzung aus dem Arabischen - ist mit ca. 2,8 Millionen Einwohnern eine der größten Städte Ostafrikas. Ihren Namen bekam sie 1866 von Sultan Seyyid Majid, vormals Herrscher von Zanzibar. Zu Zeiten Deutsch-Ost-Afrikas und auch später unter britischer Führung, wurde diese Stadt zur größten Handelsmetropole der Region, so dass sie für Deutsch-Ost-Afrika die Hauptstadt darstellte und auch als Hauptstadt Tanganyika's unter britischer Führung beibehalten wurde. Im Jahr 1964 schloßen sich Tanganyika und Zanzibar zu Tanzania zusammen, nach wie vor blieb Dar es Salaam die Hauptstadt des Landes. Diesen Titel verlor sie jedoch 1974 an Dodoma. Seither stellt Dar es Salaam eine Art 'inoffizielle Hauptstadt' dar. Sie ist Dreh- und Angelpunkt des Geschehens, früher wie heute. Hier befindet sich ein großer Umschlaghafen für die gesamte Region, Botschaften haben sich hier nieder gelassen, sogar die Regierungsaktivitäten werden weiterhin zu großen Teilen hier abgehalten.
Ich habe Dar es Salaam als eine große, dreckige und verstopfte Stadt kennen gelernt.
Die Distanzen, die wir teilweise zurücklegen mussten, haben mir die flächenmäßige Größe der Stadt gezeigt. Allein die Fahrt von der Uni zum Knotenpunkt und Zentrum der Stadt - Posta - dauerte gut eine Stunde, vorausgesetzt man bekam schnell seinen Anschluss Dala und ist nicht in einen Stau geraten. Zu Hauptverkehrszeiten - morgens früh ab 5.00 Uhr, sowie abends ab 16.00 Uhr/17.00 Uhr - war es durchaus möglich, dass die Fahrzeiten auf 2 Stunden oder mehr anstiegen... Nicht nur wegen der unglaublich langen Fahrzeiten, sondern auch wegen der Fülle - an Menschen UND Mücken - der DalaDala's, ist es besser diese Zeiten zu meiden!
Aufgrund des massiven Mangels an öffentlichen Mülleimern, ja Mülleimern im Allgemeinen, wird der Müll einfach zur Seite geschmissen - egal wo man sich befindet. Hat man seine Wasserflasche ausgetrunken und sitzt im DalaDala, so wird lediglich das Fenster aufgeschoben und die Flasche hinaus geworfen. Auf öffentlicher Straße geschieht das gleiche.
Man braucht keine besonders ausgeprägte Fantasie zu haben, um sich vorzustellen, welche Müllmassen sich also in der Stadt befinden. Berge sind es nicht, denn Autos und Menschen, fahren und laufen über den Müll und 'walzen' ihn platt. Auch die, an der einen oder anderen Ecke dominant herschende Geruchskulisse läßt auf eine eher unreine Stadt schließen. Fährt man mit dem DalaDala an besonders warmen Tagen an einem niedrig liegenden Fluss vorbei, so kann man nur hoffen, dass die Fenster gut verschlossen sind - leider ist dies aufgrund der dann unerträglich herrschenden Hitze nie der Fall (so zumindest meine Erfahrung)....
Dar es Salaam hat sich mir aus einem Grund als eine verstopfte Stadt eröffnet: Es scheint nicht viele Straßen für den Hauptverkehr zu geben, entsprechend viel ist auf ihnen los. In den kleinen Straßen - vor allem im Zentrum - gibt es viele parkende Autos und andere fahrende, die einigermaßen rücksichtslos versuchen sich durch das WirrWarr zu mannövrieren. Seit der Stadtrallye kann ich verstehen, weshalb man uns bei der Botschaft gesagt hat: 'Das gefährlichste in Tansania, ist der Verkehr'.
Als wir in unserer Gruppe eine Straße bei grün überqueren wollten, raste ein Auto in einer Wahnsinnsgeschwindigkeit um die Kurve und an uns vorbei - das war KNAPP!, erklärte uns aber auch, weshalb der Tansanier kurz zuvor gemütlich bei rot über die Straße geschlendert ist....
Insgesamt habe ich Dar es Salaam als eine sehr spannende Stadt empfunden, sie mag nicht die gepflegteste sein, aber sie bietet sehr viel zu entdecken: So haben wir zum Beispiel in einer kleinen Straße einen Gewürzladen gefunden, der eine riesen Masse an Gewürzen zu bieten hatte. Immer wieder findet man ähnliche interessante und spannende Plätze und Geschäfte.
Ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch der Stadt, bei dem ich in Ruhe mehr von ihr erkunden kann, so dass ich nach diesem recht oberflächlichen Bericht ausführlicher zu Dar es Salaam erzählen kann!
Freitag, 11. September 2009
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