Dar es Salaam - Ankunft
Nach anstrengenden 33h Reise bin ich endlich in Dar es Salaam angekommen.
Glücklich und zufrieden darüber endlich angekommen zu sein bin ich aus dem FLugzeug gestiegen. Kurz vor Landung schien dies undenkbar.
Zusammen mit meiner Sitznachbarin Christin - eine der Mitfreiwilligen der DTP, eingesetzt in Matemwe auf Zanzibar - bin ich 15 min vor Landung in ein absolutes Tief gefallen - Was mache ich hier? Wieso für ein Jahr? Wozu soll das gut sein? Was willst Du eigentlich in Tansania? Um gottes willen - aus der Nummer ist kein entkommen... Kaum stand ich mit meinen Füßen auf dem Flughafenboden schien diese Angst wie verflogen, meine Ziele und Motivation in Tansania zu sein waren plötztlich näher denn je. Ich war glücklich.
Nachdem uns Ole - einer der Mitfreiwilligen, eingesetzt in Bwoki bei Bukoba am Victoriasee - von den Erlebnissen seines Bruder erzählte, als dieser damals für 1 Jahr als Freiwilliger nach Tansania gekommen ist, sowie von seiner Familie, als sie ihn besuchten, standen wir mit ungutem Gefühl am Gepäckband: Das Gepäck seiner Familie ist mit einer einwöchtigen Verspätung angekommen, das Gepäck seines Bruders nie.... Bei uns ist jedoch alles gut gegangen, jegliche Sorge war unbegründet - alle Gepäckstücke sind angekommen.
Vor dem Flughafen erwarteten uns Tanja N. (Geschäftsführerin der DTP) und Olivia (Mitarbeiterin von TASEA und unsere Ansprechpartnerin vor Ort). Wir wurden mit einem gemieteten DalaDala zu dem Campus der Uni Dar es Salaam gefahren. Meine erste DalaDala Tour - ein Erlebnis.
In dem für uns gemieteten DalaDala (einer der größeren im Gegensatz zu der unten beschriebenen klassischen Variante) wurden die hinteren Sitzreihen bis an die Decke mit unserem Gepäck vollgestapelt, ein Doppelsitz vorne wurde für das von uns mitgeführte Handgepäck genutzt. Die übrigen Plätze waren für uns. Ich habe mich mit Andi - Mitfreiwilliger der DTP eingesetzt in Pete, Zanzibar - auf einen solchen Doppelsitz gequetscht, die Sitzfläche war dem Boden bis auf 20cm gleichgesetzt. Tanja - Mitfreiwillige der DTP, eingesetzt in Stone Town, Zanzibar - hat auf Andi und mir Platz gefunden - ähnliche Bilder waren im gesamten DalaDala zu finden. Nach einer Stunde Fahrt haben wir unser erstes Ziel in Tansania erreicht: Der Campus der Universität Dar es Salaam. Hier fand für die folgenden 11 Tage unser Einführungsseminar statt.
Wir haben unser Gepäck schnell auf unsere Doppelzimmer, das ich mir mit Tanja (Mitfreiwillige) geteilt habe, gebracht, uns frisch gemacht, und sind anschließend über das Campusgelände - sehr großräumiges, umzäuntes Gebiet - zu einem Restaurant gegangen, in welchem wir von TASEA begrüßt und zum essen eingeladen wurden. Da wir alle sehr müde waren und am nächsten morgen unser Einführungsseminar-Programm früh los ging, sind wir alle anschließend schnell ins Bett gegangen.
Nähere Beschreibungen:
- DalaDalas sind DAS gängige Fortbewegungsmittel in Tansania besonders Dar es Salaam (auf dem Land wird eher auf das Fahrrad zurückgegriffen). Ein DalaDala fährt täglich eine bestimmte Strecke am laufenden Band hin- und zurück, nimmt unterwegs an Haltestellen und auch einfach am Rand der Strecke wartende Fahrtgäste auf und kostet pro Person einen Fahrpreis von 250Tsh (Tansanische Schilling ist die hiesige Währung, 1 Euro entspricht etwa 1750 TSh) egal ob man eine Station oder die gesamte Strecke fährt. Besondere Fahrtzeiten gibt es nicht, man stellt sich einfach an eine der Haltestellen und in kürzester Zeit kommt knatternd ein DalaDala angefahren, die Dauer der Fahrt ist wiederrum von den Verkehrsbedingungen und dem DalaDala-Fahrer abhängig. In der Regel aber kommt man mit jeder Dala-Tour (zumindest in Dar es Salaam) in einen Stau. Die Dala-Fahrer sind meist wahghalsige Verkehrsteilnehmer, die ihr Dala bis an die Belastungsgrenze ausfahren und so die eine oder andere Staubedingte Verzögerung wieder wettmachen. In diesen klapprigen Toyota Minivans, in denen neben der quietschende Gangschaltung meist nur die Pedale und das Lenkrad funktionstüchtig sind, findet man erstaunliche 18 Sitzplätze, sollte der durchaus übliche Fall eintreffen, dass diese Sitzplätze nicht ausreichen, stellt/quetscht man sich in den DalaDala, klappt seinen Kopf zur Seite und sucht sich an den Seitenwänden oder Sitzreihen eine Stelle um sich festzuklammern. Meine bisher Fahrgastreichste Dala-Fahrt war mit mind. 26 Leuten, so viele zumindest konnten Sophie - Mitfreiwillige der DTP, eingesetzt in Stone Town, Zanzibar - und ich aus unseren jeweilligen Positionen zählen, später entdeckte man doch das eine oder andere Kleidungsstück, welches in unserer Zählung vorher noch keinen Platz gefunden hatte.....
- DTP = Deutsch-Tansanische Partnerschaft e.V., meine Entsendeorganisation
- TASEA = Tanzanian Solar Energy Association (Dachverband für Solarenergie in Tansania, mitgegründet durch die DTP, übernimmt die Betreuung der Freiwilligen der DTP vor Ort)
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Hi Isabelle,
AntwortenLöschenschön endlich von Dir zu hören, habe schon aus lauter "Ungeduld" die Blogs Deiner Mitreisenden gelesen.
Hoffe Dir geht es gut!
Deine Erlebnisse bis jetzt sind ja schon sehr aufregend, aber wahrscheinlich holt Dich das "Alltagsgeschäft" an Deinem Bestimmungsort Kyela bald ein.
Ein bißchen Heimweh ist doch normal, aber denk daran, dass Du etwas erlebst, was Dir keiner mehr nehmen kann.
Also, viel Spaß!
Aber ein Problem hab ich: Ich weiß gar nicht, wie ich die Rally ohne Dich schaffen soll;)
Hoffe bald wieder von Dir zu lesen, die Göttinger denken an Dich,
LG Alex