Die siebte woche war geprägt von einem nationalen Feiertag - dem Julius Nyerere Tag. (hierzu demnächst näheres)
Anna und ich versuchen die Wochenenden, die mit einem Feiertag verlängert werden können, zu nutzen, um uns mit Ausflügen die Region anzuschauen.
Diese Woche sollte es mit der MV Songea, den Malawisee zur Hälfte überquerend, nach Mbamba Bay gehen. Eine 24 stündige Schiffsreise, die als eine der schönsten Reisen ganz Afrikas erachtet wird. Und das direkt vor unserer Haustür. Leider aber scheiterte dieser Plan daran, dass die MV Songea (die von Mbamba Bay noch weiter nach Malawi fährt) sich in Malawi aufhielt, wo sie Reparaturarbeiten unterzogen wurde. Selbst der leitende Offizier der Seefahrt Marinegedönse in Itungi Port, den unser Chef aus der Kirche kennt und dort auf unsere Pläne ansprach, konnte nicht genau sagen, wann das Schiff wieder planmäßig den Malawisee überquert. Schade. Dieser Kurztrip ist also bis auf weiteres vertagt.
Da wir uns schon so sehr darauf gefreut hatten, die Region zu erkunden, haben wir noch am Montag begonnen, einen Alternativplan auf die Beine zu stellen.
Nach kurzer Zeit sowie der Zustimmung unseres Chefs stand fest: Mittwoch morgen um 5h30 ging es mit dem Bus nach Iringa - Hauptstadt der Region Iringa, welche direkt an die Region Mbeya angrenzt.
An unserem traumhaften Wochenende haben wir Entspannung und Kultur verbunden. In einem idyllisch, an einem kleinen Flüsschen liegenden Camp haben wir die Natur geniessen können und Abschalten können. Gleichzeitig haben wir neben der Stadt Iringa auch die Region erkundet und sind auf die Spuren der deutschen Kolonialgeschichte und der tansanischen Stammeskultur gegangen. Da Iringa im Vergleich zu Kyela aufgrund seiner Höhe von ca 1700m vor allem Nachts sehr kalt ist, haben Anna und ich uns zudem von der immer stärker werdenden Hitze in Kyela abkühlen können.
Samstag Vormittag habe ich recht starke Halsschmerzen und einen leichten Schnupfen entwickelt, so dass wir unsere weiteren Pläne, auf der Rückfahrt Robert und Philipp in Mafinga zu besuchen (Mafinga liegt genau auf der Strecke) leider absagen mussten, da ich zunächst in einem Krankenhaus zum Malariatest musste. Da die Straßenverbindung zwischen der auf einem Berg liegenden Stadt und unserer Unterkunft wegen Bauarbeiten sehr beschwerlich war und lange dauerte, mussten wir diese Pläne aus zeitlichen Gründen wieder abändern und eine weitere Nacht in Iringa bleiben. Offenbar habe ich mich schon nach zwei Monaten so sehr an die hier herrschende Hitze, die auch nachts bestand hält, gewöhnt, dass ich die klirrende nächtliche Kälte in Iringa nicht all zu gut ausgehalten habe und mir dort eine saftige Erkältung eingefangen habe - diese ist mir jedoch um ein vielfaches lieber, als eine weitere Malariainfektion.
Allerdings kann selbst diese unangenehme Erkältung meine gute Stimmung nach dem traumhaften Wochenende nicht schmälern!
Wir haben schon wieder sehr viel erlebt und in jeder Situation wird es mir erlaubt, die tansanische Stimmung (in Teilen auch zu pauschalisieren in 'afrikanische Stimmung') aufzusaugen.
Bei der zweistündigen Wartezeit am Busbahnhof genieße ich im Schatten das dort herrschende Treiben. Ich beobachte die Einfahrt der Busse, die sich abwechselnde Trägheit und Hetzerei der Snackverkäufer, die anderen wartenden Menschen. Bei der Museumsbesichtigung bin ich viel mehr begeistert von der Freude, Begeisterung und Leidenschaft des Museumsleiters, während er uns die interessanten Inhalte vorträgt, als von den Inhalten selbst. Bei der Besichtigung der Isimila Stone Age Site, kann ich mich nicht entscheiden, ob mir die atemberaubende Landschaft oder die faszinierende Gelassenheit und allwissende Ausstrahlung des Führers beeindruckender in Erinnerung bleiben soll.
Eines weiß ich jedoch ganz genau, nicht nur dieses Wochenende hat mir gezeigt, das vor allem die Menschen das Land Tansania ausmachen. All das leider, liegt jedoch unter einem ständigen Schatten des 'Mzungu' - tansanische Bezeichnung für einen weißen Menschen. Es ist (noch?!) zu schwer sich von diesem zu lösen und von den Tansaniern nicht permanent als der 'Mzungu' betrachtet und fasziniert 'begafft' zu werden.
Mittwoch, 4. November 2009
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen